Atelier Johanna Leipold
Kronenzeitung / Murtal, Leoben / 04.02.2010:

Kunst, nicht Kommerz, ist wichtig.
Im April gibt es in Peking die 7. "CIGE/China International Gallery Exposition" und erstmals eine Ausstellung in der Pekinger LDX- Galerie mit Stammkünstlern der Berliner Galerie Artodrome. Mit dabei Johanna Leipold.
(...) "Ich werte es als Qualitätsmerkmal, dass ich in Peking ausstellen kann", sagt Leipold, die in China die Chance sieht, "von einem internationalen Publikum wahrgenommen zu werden". Leipold unterwirft sich dabei nicht dem Mainstream, sie präsentiert kritische Bilder mit deutlichem Sprachhintergrund. Für die Schau der LDX Gallery hat sie die beiden Bilder "Engelchen" uns "Die Decke der Erinnerung" ausgewählt. Vier Bilder hängen auf der CIGE International Artfair. Es handelt sich bei allen Arbeiten um Ölmalerei. China ist ein weiterer Gradmesser auf der lLaufbahn der ausdrucksstarken Malerin, die sich in Zukunft verstärkt auf den asiatischen Kunstmarkt konzentrieren will..
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Galerie Artodrome Berlin, Hessische Str. 9 10115 Berlin/ Mitte |
Ausstellung Berlin || Berlin 20 Jahre Mauerfall |
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Part I 26.9. ( 18 Uhr) -17.10 und Part II 7.11. ( 18 Uhr)-18.11.2009 |
Die Ausstellung Berlin|| Berlin hat den 20. Jahrestag des Mauerfalls zum Anlass genommen, um sich mit diesem zu Geschichte gewordenen Ereignis näher
auseinanderzusetzen. Dabei sollen Erinnerungen wach gerufen und individuelle Perspektiven des Mauerfalls thematisiert werden. Damals wie heute ist die Perspektive, aus der man ein Ereignis betrachtet oder erlebt hat, für die eigene Wahrnehmung entscheidend: Welche Distanz hat man zum Geschehen, in welchem Alter erlebt man einen historischen Moment? Welche Konsequenzen besitzt ein politisches Faktum für die Weltpolitik und alle folgenden Entscheidungen auf wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Ebene? Verhindert von den Menschen als Irrsinn verurteiltes Handeln weiteren Irrsinn? Ist der sichtbare Sturz einer Mauer gleichzusetzen mit dem Fall der Mauer zwischen Ost und West in den Köpfen der Menschen? Was ist uns an Erinnerungen von damals geblieben? Kunst bewahrt vor dem Vergessen. Den Teilnehmern dieser Ausstellung ist es wichtig, auch der Nachwelt zu vermitteln, wie sie als Zeitzeugen den Fall der Berliner Mauer erlebt haben, und dass dieses Ereignis Deutschland und die ganze Weit bis zum heutigen Tag erheblich beeinflusst hat. Im Ausstellungskatalog wird nicht nur eine Auswahl der ausgestellten Bilder und Skulpturen zum Thema vorgestellt. Vielmehr haben sich die Künstler - und dies ist durchaus eine Besonderheit- auch bereit erklärt, eine kleine Einführung, gewissermaßen eine Hinführung zum Thema aus Ihrer Perspektive zu geben. Dabei handelt es sich oftmals nur um Andeutungen oder Hintergrundinformationen, eine Kunstkritik wird damit ausdrücklich nicht intendiert. Erfreulich ist auch die rege Teilnahme der hier ausgestellten Künstler, die nicht nur aus Berlin oder Deutschland, sondern auch aus dem europäischen Ausland, d.h. der Schweiz, Österreich, Italien, Liechtenstein, den Niederlanden und der Ukraine kommen und dadurch die internationale Tragweite des behandelten Themas unterstreichen. Zu welchen Aussagen die Künstler gelangen, muss sicherlich im Einzelnen betrachtet werden. Einige Künstler wie Johanna Leipold , Martina Schettina, Roland Friedrich Danner, Heino Karschewski oder Christine Siegrist haben das Ereignis des Mauerfalls auf eine andere Ebene gehoben, haben es abstrahiert und sind zu einer bildhaften Formulierung gelangt, die Allgemeingültigkeit auf der Grundlage eines humanen Bewusstseinszustandes besitzt. Dies ist auch den beiden Bildhauerinnen, Emma Lenzi und Sigrid Schauer gelungen. Lieselotte Schwennesen, Paul Wans und Sibylle Bossard lassen ganz konkrete Mauererlebnisse einfließen, um zu ihrer Bildaussage zu gelangen. Ebenso Renée König, deren Bild auf Zeitungen aus der Zeit des Mauerfalls gefertigt wurde und die das von ihr hautnah erlebte Ereignis eindrucksvoll aufarbeitete. Christine Aebischer, Cornelia Groh, Hanna Scheriau, Doortje Kockelkorn, Heike Huismann und Heidi Leitner betonen nach der dunklen Phase der Geschichte die große Chance für den Neubeginn und vermitteln immer noch Aufbruchstimmung. Für die Kiewer Künstlerin Ganna Kryvolap bedeutete der Fall der Mauer auch eine Erweiterung ihres eigenen Lebensumfelds mit ungeahnten Möglichkeiten, die sie in ihrer Reihe „Kiewer Horizonte“ verarbeitet. Interessant ist auch die Wahl der Dresdner Frauenkirche und der Berliner Gedächtniskirche durch die Künstlerinnen Hannelore Schleyer und Gerlinde Kosina als Metapher für den Sieg der menschlichen Versöhnung. Markus Wanger erzählt mit seiner Bilderreihe gar ein ganzes Stück deutsch- deutsche Geschichte, angefangen bei der Bombardierung während des Krieges bis hin zur Versöhnung nach dem Fall der Mauer. Hat Thorsten Frank auch vor allem die Geschichte der Mauer im Blick, so appelliert Constance Güttler mit dem Blick nach vorne vor allem daran, auf die Stärken des anderen zu setzen und gemeinsam die Zukunft zu gestalten. Der Fragestellung, ob Träume in Erfüllung gingen und ob die erste Euphorie nicht auch zu großen Enttäuschungen geführt hat, spürten Elke Kim und Anton Buri nach. Zunehmend pessimistischer ist die Beobachtung von Christine Kunkler, die die Wurzeln für rücksichtsloses wirtschaftliches Handeln als Konsequenz aus dem Ereignis in der nachfolgenden Periode, der Globalisierung, sieht. Als knapp Zehnjähriger hat Manuel Lunardi das Ereignis nur über den Bildschirm wahrgenommen. Doch die Erinnerung daran, die Begeisterung der Menschen, das Glück und die Tränen hat er nie vergessen und so kommt er aus heutiger Perspektive und mit dem Wissen eines Erwachsenen zu einer ganz eigenwilligen künstlerischen Aussage. Die Ausstellung ist als tiefer greifende Auseinandersetzung angelegt und setzt voraus, dass Kunst mehr ist als nur schillernder und nichtssagender Gigantismus, mit dem die Besucher geblendet werden sollen. Auch in Galerien sind Projekte wie dieses eher selten zu finden, geht es in der Regel doch in erster Linie um den Kommerz und eigentlich nur sehr selten um die Schaffung von Plattformen für einen geistigen Austausch. So sei zum Schluss ein persönlicher Wunsch hinzugefügt, nämlich dass wie die Mauern 1989 zwischen den deutschen Staaten fielen, künftig auch die Mauern von Arroganz und Beschränktheit, die den Kunstmarkt in so beklemmender Weise verengt haben, fallen werden. Wir bedanken uns bei allen mit wirkenden Künstlern für ihre Bereitschaft, bei dieser thematischen Ausstellung ihre Werke zur Verfügung gestellt zu haben. Dazu gehört Mut in einer Zeit, in der diese Art der Ausstellung eher verpönt ist und man gerne vor ernsthaften oder problematischen Themen das Weite sucht. Dr. Stephan Kunkler Galerie Artodrome Berlin |